B

„Da ist eine gigantische Zahlengläubigkeit, eine gigantische Formelgläubigkeit, eine gigantische Modellgläubigkeit. Ich habe manchmal den Eindruck, wir haben so eine Art von Kirche, so eine Art Finanzreligion erfunden, in der alle gläubig sind, aber keiner mehr etwas weiß.“


Bankengeschäftsführer, anonyme Befragung in 'Strukturierte Verantwortungslosigkeit - Berichte aus der Bankenwelt' (Honegger et al., 2010)

 

„The Colonies would gladly have borne the little tax on tea and other matters had it not been the poverty caused by the bad influence of the English bankers on the Parliament, which has caused in the Colonies hatred of England and the Revolutionary War.“


Benjamin Franklin (*1706, †1790), Gründungsvater der USA

 

„"In one year the conditions were so reversed that the era of prosperity ended, and a depression set in, to such an extent that the streets of the Colonies were filled with unemployed." (after reintroduction of the british debt money)“


Benjamin Franklin (*1706, †1790), Gründungsvater der USA (um 1750)

 

„The Colonies would gladly have borne the little tax on tea and other matters, had it not been the poverty caused by the bad influence of the English bankers on the Parliament: which has caused in the Colonies hatred of England, and the Revolutionary War.“


Benjamin Franklin (*1706, †1790), Gründungsvater der USA (um 1750)

 

„Das ist einfach. In den Kolonien geben wir unser eigenes Papiergeld heraus. Es heißt 'Colonial Scrip'. Wir geben es in angemessener Menge nach Anforderung von Handel und Industrie heraus, damit die Waren leicht vom Produzenten zum Konsumenten übergehen. Indem wir auf diese Weise unser eigenes Papiergeld schöpfen, kontrollieren wir seine Kaufkraft und wir haben an niemanden Zinsen zu zahlen. (That is simple. In the Colonies we issue our own money. It is called Colonial Scrip. We issue it in proper proportion to the demands of trade and industry to make the products pass easily from the producers to the consumers. In this manner, creating for ourselves our own paper money, we control ist purchasing power, and we have no interest to pay to no one.)“


Benjamin Franklin (*1706, †1790), Gründungsvater der USA (um 1750)

 

„Es gab Überfluss in den Kolonien, und Friede herrschte an allen Grenzen. Es war schwierig, ja sogar unmöglich, eine glücklichere und blühendere Nation auf der ganzen Erdoberfläche zu finden. In jedem Heim war Wohlstand vorherrschend. Im Allgemeinen hielt das Volk die höchsten moralischen Maßstäbe ein, und Bildung war weit verbreitet... Wir haben nicht eine einzige arbeitslose Person, weder Bettler noch Landstreicher. (Impossible to find a happier and more prosperous population on all the surface of the globe.)“


Benjamin Franklin (*1706, †1790), Gründungsvater der USA (um 1759)

 

„Das Unvermögen der Kolonisten, ihr eigenes Geld dauerhaft und ohne George III und die internationalen Bankiers auszustellen, war der Hauptgrund für den Unabhängigkeitskrieg. (The refusal of George III to allow the colonies to operate an honest money system which freed the ordinary man from the clutches of the money manipulators was probably the prime cause for the revolution.)“


Benjamin Franklin (*1706, †1790), Gründungsvater der USA, Film "Money as Debt" (Paul Grignon) (um 1750)

 

„Bombenerfolge für britische Industrie erhofft London kämpft bereits mit den USA um Aufträge für den Wiederaufbau Kuwaits: Die Londoner Regierung fordert mit größerem Nachdruck die Beteiligung britischer Unternehmen an dem Wiederaufbau in Kuwait, wenn der Krieg gegen Irak einmal vorüber ist. Die Briten erwarten eine bevorzugte Behandlung bei der Vergabe der Aufträge, welche den eigenen militärischen Beitrag zur Befreiung des Landes in Rechnung stellt. Der Korrespondent der Financial Times berichtet aus Riad über das Treffen: „Peinlichkeit bei den Diskussionen war nicht zu erkennen, obwohl Kuwait erst noch befreit werden muss, und ein großer Teil der Infrastruktur, welche britische Unternehmen wiederaufbauen wollen, noch nicht zerstört sind.“ Jede erfolgreiche britische Bombe ist daher kommerziell und finanziell auch ein möglicher Erfolg für die britischen Firmen, die gerade in einer Zeit der Rezession dankbar für Aufträge sind. Das gleiche gilt prinzipiell genauso für die anderen Mitglieder der Allianz gegen Saddam Hussein, voran die USA.“


Berliner Tagesspiegel 12.02.1991

 

„Wenn Ihre Bank Ihre Kreditwürdigkeit prüft, checkt Sie in Wirklichkeit, ob Sie in der Lage sind, mit den anderen Spielern zu konkurrieren und gegen sie zu gewinnen, d.h. aus Ihnen etwas herauszupressen, was gar nie geschaffen wurde. Zusammenfassend halten wir fest, dass das moderne Währungssystem uns dazu zwingt, uns kollektiv zu verschulden und mit anderen in der Gemeinschaft zu konkurrieren, damit wir die Mittel erhalten, die Austausch zwischen uns ermöglichen.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank

 

„Wenn die Bank Geld schöpft, indem sie Ihnen einen Hypothekenkredit über 100.000 Euro zur Verfügung stellt, schafft sie mit dem Kredit nur das Ausgangskapital. Sie erwartet nämlich, dass Sie ihr im Laufe der nächsten, sagen wir einmal 20 Jahre, 200.000 Euro zurückbringen. Wenn Sie das nicht können, sind Sie Ihr Haus los. Die Bank schafft nicht die Zinsen, sondern schickt Sie hinaus in die Welt in den Kampf gegen alle anderen, damit Sie am Schluss die zweiten 100.000 Euro mitbringen. Weil alle anderen Banken genau das Gleiche tun, verlangt das System, dass einige der Beteiligten bankrott gehen, denn andererseits kommen Sie nicht zu den zweiten 100.000 Euro. Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Wenn Sie der Bank Zinsen auf Ihr Darlehen zahlen, brauchen Sie das Ausgangskapital von jemand anderem auf.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank

 

„Wir empfehlen, dass die Betriebe selbst Tauschwährungen in einem B2B System schöpfen. Dies vermeidet oder verringert die Abwürgung der Realwirtschaft durch die Kreditklemme, die sicher kommen wird … Dies ist ein bewährtes Mittel für die Wirtschaft, die Auswirkungen der „Zweiten Welle“ der Wirtschaftskrise zu mildern, die so sicher ist, wie die Nacht dem Tag folgt … Diese Strategie hilft, den schlimmsten Teil der Auswirkungen des 1930er Szenarios zu vermeiden.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank, B2B Currency - The Banking Crisis - What Can Businesses Do Now (2008)

 

„Komplementärwährungen haben keine inflationäre Wirkung auf das herkömmliche Geldsystem. Man kann mit ihnen keinen Reichtum anhäufen. Stattdessen - und das ist von grundlegender Bedeutung - schaffen sie soziales Kapital. Die lokalen Währungen sind gemeinschaftsfördernd und ermöglichen Aktivität an der Basis. Damit werden die sozialen Kosten, die mit Arbeitslosigkeit unweigerlich verbunden sind, die durch Krankheit, Sucht oder Kriminalität entstehen, vermindert. Die Förderung des lokalen Geldes in den USA geschah mitten im Boom der neunziger Jahre, weil sich zeigte, dass die sozialen Probleme nicht mit herkömmlichen Geld lösbar sind.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank, Brand 1, 09/2001

 

„Die bewußte Wahl der Währungsform, die wir untereinander verwenden wollen, könnte sich als das mächstigste Werkzeug für die Übergangsphase erweisen, die wir gerade durchlaufen.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank, Flyer der Tiroler Stunde [www.stunde.at]

 

„Insgesamt betrachtet sind Komplemetärwährungen nicht nur in sozialer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll. Durch sie können sich kleine Geschäfte vor Ort besser gegen die großen überregionalen Ketten behaupten. Kleinen lokalen Unternehmen bereitet es keine Probleme, eine lokale Währung zu akzeptieren, denn sie können das „Geld“ wieder in der Gemeinde ausgeben - wie z.B. die kleinen Farmer, die zur Erntezeit Erntehelfer aus dem Ort einsetzen. Große Ketten haben dagegen Lieferanten, die normalerweise weit weg sind, und haben daher weniger Interesse an der Teilnahme an einem lokalen Währungssystem. In diesem Sinn tragen Komplementärwährungen auch dazu bei, die lokale Wirtschaft eigenständiger zu machen, ein bescheidenes, aber gesundes Gegengewicht zur unaufhaltsamen Globalisierung der Wirtschaft.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank, in "Das Geld der Zukunft - Über die destruktive Wirkung des existierenden Geldsystems und die Entwicklung von Komplemtärwährungen" (1999)

 

„Eine Komplementärwährung beruht auf dem Abkommen einer Gruppe von Menschen und/oder Unternehmen, eine neue Währung als Tauschmittel zu akzeptieren... Der Name Komplementärwährung soll zeigen, dass es dabei nicht darum geht, das alte Geld zu ersetzen. Die neuen Zahlungsmittel sollen die alten lediglich ergänzen. Die Komplementärwährungen können in vielerlei Hinsicht als eine Art Puffer dienen, wenn es der Wirtschaft mit den regulären Zahlungsmitteln mal wieder nicht so donnernd gut geht. Sie sind wunderbare Mittel auch für Menschen, ohne viel Geld zu einem gewissen Wohlstand zu kommen. Sie können zu nachhaltigem Wohlstand führen, d. h., sie bieten Menschen die Möglichkeit, nicht nur materiell, sondern auch emotional und spirituell zu wachsen und sich zu entfalten, ohne die Ressourcen der Zukunft aufs Spiel zu setzen. Damit schützen sie Umwelt und Ressourcen.“


Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Prof. an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belg. Zentralbank, in "Die Welt des Geldes - Das Aufklärungsbuch" (2001)

 

„Von hier aus lässt sich zeigen, dass Überfluss die Arbeitskräfte billig macht, sofern man die Armen gut im Griff hat; zwar sollte man sie nicht verhungern lassen, aber sie dürften auch nicht die Möglichkeit zum Sparen bekommen. Wenn hier und da einer aus der niedersten Klasse durch ungewöhnlichen Fleiß und Absparen vom Munde sich aus seinen ursprünglichen Lebensverhältnissen emporarbeitet, sollte ihn niemand daran hindern. Ja, es ist unleugbar der klügste Weg für alle Menschen einer Gesellschaft und jede private Familie, genügsam zu sein; aber es liegt im Interesse aller reichen Nationen, dass der größte Teil der Armen kaum jemals müßig ist und doch ständig ausgibt, was er einnimmt.“


Bernard Mandeville (*1670, †1733), engl. Arzt und Aufklärer, in "Die Bienenfabel oder Private Laster als gesellschaftliche Vorteile" (1732)

 

„Die wahnsinnige Vorherrschaft des Geldes hat zu einem System geführt, das absolut nicht mehr demokratisch kontrolliert werden kann, weder von den Zentralbanken noch von den Nationen.“


Bernhard Esambert, Direktor der Rothschild-Bank und Berater französischer Staatspräsidenten, in einer Fernsehsendung (1992)

 

„Sie sägten Äste ab, auf denen sie saßen, und schrien sich zu ihre Erfahrungen, wie man schneller sägen konnte, und fuhren mit Krachen in die Tiefe, die ihnen zusahen, schüttelten die Köpfe beim Sägen und sägten weiter!“


Bertolt Brecht (*1898, †1956), dt. Schriftsteller

 

„Die Armen sind auf Gerechtigkeit angewiesen, die Reichen auf Ungerechtigkeit.“


Bertolt Brecht (*1898, †1956), dt. Schriftsteller

 

„Reicher Mann und armer Mann standen da und sah'n sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“


Bertolt Brecht (*1898, †1956), dt. Schriftsteller

 

„Zuerst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“


Bertolt Brecht (*1898, †1956), dt. Schriftsteller, "Denn wovon lebt der Mensch?", "Die Dreigroschenoper" S.457f

 

„Welches Opfer wird denn den Leuten abverlangt, die mehr als eine Million Dollar verdienen? Es ist die Energie, die sie aufbringen müssen, um die Umschläge mit den Steuersenkungen zu öffnen.“


Bill (William Jefferson) Clinton (*1946), 42. Präsident der USA 1993-2001 (Demokrat), über die Steuerpolitik von George W. Bush

 

„Wir denaturieren die Welt systematisch, denn die künstlichen Pflanzen kontaminieren ihre natürlichen Verwandten. Es gibt praktisch keine reine Nutzpflanze mehr in diesem Land.“


Bill Christison, amerikan. Farmer und Vorsitzender der "National Family Farm Coalition"

 

„Deflation dagegen bedeutet, daß sich die Preise für Güter und Dienstleistungen auch absolut Jahr für Jahr verringern. In einer Deflation wird alles billiger, es lohnt sich daher, mit Käufen abzuwarten. Deflation führt in einem noch gravierenderen Ausmaß, als dies bei einer Disinflation bereits der Fall ist, dazu daß der reale Wert von Schulden steigt. Bankrotte und Zwangsversteigerungen sind die unvermeidlichen Begleiter dieses Prozesses. Weil Deflation automatisch auch Vermögen vernichtet, beispielsweise über stark fallende Immobilienpreise, reagieren die Haushalte mit einem drastischen Kosumverzicht. Eine Deflation endet daher früher oder später in einer Rezession, im schlimmsten Fall in der Depression.“


Börse online 30/1997

 

„Wenn es je eines Beweises bedurft hätte, was schrankenloser Kapitalismus bedeutet, so wäre er am 12. Dezember 1996 in München erbracht worden. Der Siemens-Konzern, so berichtet sein Vorstandsvorsitzender, habe 1995/96 eine Eigenkapitalrendite in bisher nie gehabter Höhe erzielt. Andererseits werde man 1997 weitere 6000 Stellen streichen... Die fortgeschrittene Verwilderung der Sitten lässt im Fall Siemens nicht einmal mehr die kleine menschliche Geste zu, die „frohe Botschaft“ der Stellenstreichungen nicht kurz vor Weihnachten zu verkünden.“


Bruno Schnell, Inh. der Unternehmensgruppe Nürnberger Nachrichten, Nürnberger Nachrichten 14.12.1996

 

„Die starre Rentabilitätspflicht, infolge deren sich die Geldvermögen stur mechanisch immerfort vermehren, überträgt sich also auf die Wirtschaft insgesamt und erlegt ihr ein andauerndes Wachstum auf. Es ist ein unentrinnbarer Zwang.“


BUND Baden-Württemberg, Arbeitskreis Geld und Finanzen

 

„Offenbar herrscht bei denen, die über die Staatsfinanzen entscheiden, tiefste Unkenntnis, sowohl über die Größenordnung der Staatsverschuldung, als auch die damit verbundenen Haushalts- und Finanzprobleme ... Selbst der Bundesfinanzminister räumte ein, daß er diese Zahl zum ersten Mal sehe.“


Bund der Steuerzahler

 

„Der Anstieg der Staatsverschuldung ist aus mehreren Gründen bedenklich. Erstens bewirkt eine Ausweitung der Staatsnachfrage grundsätzlich eine Zurückdrängung privater Investitionen bedingt durch steigende Zinssätze. Zweitens sinkt die Flexibilität der Haushaltspolitik, da ein immer größerer Teil für Zinszahlungen und Tilgung aufgebracht werden muß. Und drittens ist der Staat wegen der zunehmenden Verschuldung gezwungen, an seiner an Wachstum orientierten Politik festzuhalten, um den Schuldenberg mit wachsendem Steueraufkommen zu bewältigen. Wirtschaftswachstum ist jedoch mit schwer wiegenden Folgen für die Umwelt verbunden. Durch Wirtschaftswachstum werden erhebliche ökologische Folgekosten produziert, die die Mehreinnahmen überkompensieren können und gleichzeitig zu irreparablen Umweltschäden führen.“


BUND, Bundesarbeitskreis Wirtschaft und Finanzen, Analyse des Bundeshaushaltsplans (1992)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gelesen 11455 mal Letzte Änderung am Freitag, 05 August 2011 14:13
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