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„Der Schuhmacher oder Tischler ehrte sein Handwerk. Und Werftarbeiter konnten noch stolz darauf sein, das prächtige Schiff vom Stapel laufen zu sehen, das sie selbst gebaut hatten. Dieses Gefühl von Nützlichkeit gibt es in 95% aller Jobs nicht mehr. Der „Dienstleistungs“-sektor beschäftigt nur Dienstboten und Computeranhängsel, die keinen Grund haben, stolz zu sein. Selbst ein Arzt fungiert nur noch als Handelsvertreter der pharmazeutischen Konzerne. Wer kann von sich noch behaupten, er mache sich nützlich? Entscheidend ist nicht mehr, wozu etwas nützt, sondern wieviel man damit verdienen kann. Alleiniges Ziel jeder einzelnen Arbeit ist, den Gewinn des Unternehmens zu steigern, und ebenso ist auch die alleinige Beziehung des Arbeiters zu seiner Arbeit sein Gehalt. Gerade deshalb, weil Geld das Ziel ist und nicht gesellschaftlicher Nutzen, existiert Arbeitslosigkeit. Vollbeschäftigung bedeutet ökonomische Krise, Arbeitslosigkeit bedeutet gesunder Markt. Was passiert, wenn ein Konzern ankündigt, dass er so und so viele Arbeitsplätze vernichtet? Alle Börsenspekulanten loben seine Sanierungsstrategie, die Aktien steigen, und bald darauf wird die Bilanz die entsprechenden Gewinne aufweisen. Auf diese Weise schaffen die Arbeitslosen mehr Profit als ihre Ex-Kollegen. Logischerweise müsste man also dem Arbeitslosen dafür danken, dass er wie kein anderer das Wachstum fördert.“

in "Manifest der glücklichen Arbeitslosen"

 

„Der Rückgang der Artenvielfalt ist dramatisch ... Die an Land lebenden Arten verzeichnen seit 1970 einen Rückgang um 31%, Süßwasserarten um 28% und Meeresarten um 27%. Der Ressourcenverbrauch hat sich zwischen 1961 und 2003 mehr als verdreifacht ... Schreitet der Verbrauch an natürlichen Ressourcen im selben Tempo voran wie bisher, würden wir im Jahr 2050 die Ressourcen von zwei Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken.“

in "Studie "Living Planet Report 2006" von WWF nach pressetext.at" 24.10.2006

 

„Wachsende Ungleichheit ist das größte „Umweltproblem“ der Erde. Gleichzeitig ist es das größte Entwicklungsproblem.“

in "UN World Commission on Environment and Development "Our Common Future"" (1987)

 

„Affirmation VIII: Wir bekräftigen, dass die Erde Gott gehört. Das Land und die Gewässer bedeuten Leben für die Menschen. Doch Millionen sind ihres Landes beraubt und leiden unter der Verschmutzung des Wassers; ihre Kultur, ihre Spiritualität und ihr Leben werden zerstört. … Sie warten auf die Erfüllung der Verheißung, dass die Armen das Land bekommen werden. Wir bekräftigen deshalb, dass das Land Gott gehört. … Wir werden jeder Politik widerstehen, die Land als bloße Ware behandelt, die Spekulation auf Kosten der Armen erlaubt, die Giftmüll auf das Land und ins Wasser entlädt, die Ausbeutung, ungleiche Verteilung und Verseuchung des Landes und seiner Erzeugnisse fördert und die jenen, die unmittelbar von der Nutzung des Landes leben, die Verfügungsgewalt darüber vorenthält.“

in "Weltkonvokation des ÖRK zum Konziliaren Prozess in Seoul/Korea 1990 in Evangelischer Pressedienst Nr. 16/1990, S. 16-17"

 

„Der Handel ist ein Spiel [John Locke], und an Bettlern kann man nichts gewinnen. Wenn man lange Zeit hindurch allen alles abgenommen hätte, so müsste man in gütlichem Übereinkommen den größten Teil des Gewinns wieder zurückgeben, um das Spiel von neuem anzufangen.“

Isaac Pinto (*1715, †1787), Berater und Finanzier des holländischen Staates, in "Traité de la Circulation et du Crédit [Abhandlung über Zirkulation und Kredit]" (1771)

 

 

 


 

Gelesen 9918 mal Letzte Änderung am Montag, 18 Juli 2011 14:55
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