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Im Prozess der Globalisierung liegen gleichzeitig aber enorme Möglichkeiten, gerade weil sie das System so enorm destabilisiert. Die Wut darüber, dass jede produktive Handlung irgendwo auf dem Planeten in das globale Wirtschaftssystem hereinpassen soll, um einen Wert zu bekommen, wächst. Denn diese Politik macht so viele Menschen überflüssig - im Norden wie im Süden. Deshalb müssen wir Wege finden, auf lokaler Ebene wieder die Kontrolle über unsere Entscheidungen und unser Wirtschaften zu gewinnen. Die lokale Kontrolle über Entscheidungsprozesse - also die freie Entscheidung über Jobs, Lebensbedingungen und die natürlichen Ressourcen - ist zum Imperativ für das Überleben geworden... Sicherlich sind durch die Globalisierung besonders die ehemaligen Kolonialgebiete gefährdet, neu und noch tiefer kolonialisiert und abhängig zu werden. Aber heute sind wir soweit, dass auch die privilegierte westliche Welt ihre Zukunft und ihre kommenden Generationen gefährdet - mit Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und wenig Perspektiven für ein Leben jenseits von Geld und Profit. Damit ist ein Großteil der Menschen überflüssig und erkennt keinen Sinn in seinem Leben. Was also die erste Welt - und da kann sie von der dritten Welt lernen - dringend braucht, ist ein neues Denken: Es kann nicht länger darum gehen, darauf zu warten, dass die Konzerne Arbeitsplätze schaffen. Wir müssen vielmehr in Selbsthilfe und gegenseitiger Unterstützung eigenständig unsere sozialen Gemeinschaften wiederaufbauen und selbst für unseren Lebensunterhalt sorgen.“

Vandana Shiva (*1952), indische Quantenphysikerin, Gründerin der "Research Foundation for Science Technology and Ecology", Alternativer Nobelpreis 1993, "Politik des Herzens" (Hrsg.: Geseko von Lüpke) (2003)

 

Ebenso wie die alte französische Aristokratie fühlen sich die Eliten Lateinamerikas erst dann richtig reich, wenn sie von Armen umgeben sind.“

Victor Bulmer-Thomas, brit. Wirtschaftswissenschaftler, Direktor des Zentrums für lateinamerikanische Studien an der Londoner Universität (1996)

 

Das Wohlbefinden und der Wohlstand des einzelnen Menschen, das Glück der Volksgemeinschaft, die Zufriedenheit des ganzen Volkes und der Friede der Welt sind hauptsächlich, wenn nicht gänzlich und allein, ein Geldproblem. ... Das Kriterium der Wirtschaft ist die Zirkulation. Diese aber spielt sich auf dem Rücken des Geldes ab und ist mit diesem identisch.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Langsam, aber unvermeidlich, bricht das alte Finanzwesen unter dem Gewicht der neuzeitlichen Lebensbedingungen und der besseren Erziehung des Volkes zusammen. Je früher es zerfällt, um so besser, um so eher ist der Weg frei für eine bessere, modernere Technik, um so schneller werden sich die Menschen vertragen, und es wird endlich Friede sein auf der Welt.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Aber die Demokratie ist in Gefahr, aus dem einfachen Grunde, weil ihre Regierung den Sonderinteressen jener Kreise hörig ist, die das Finanzwesen beherrschen und die es in ihrer Macht haben, die Nation in eine Finanzkrise hineinzutreiben, wenn eine diesen Interessen widersprechende Gesetzgebung ihre Vormachtansprüche bedrohen sollte. ... Wir müssen aber auch einsehen, daß dieses Problem Krieg bedeutet, Krieg gegen die Diktatur der internationalen Finanz, die jede Schlüsselposition der Kampffront besetzt und die Macht hat, bloß auf die Drohung eines Angriffs hin entscheidend wichtige Hilfstruppen abzuschneiden. ... Unsere demokratische Ordnung und das bisherige Finanz- und Geldwesen können nicht mehr zusammen bestehen bleiben. Eines muß dem anderen den Weg freigeben.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Alle diese Aktienhändler, diese Börsenmakler und Jobber, diese Geld- und Goldspekulanten, Geldverleiher, Anleihe-Emissionäre, alle diese Banken und Versicherungsgesellschaften schaffen überhaupt nichts. Sie sind die Drohnen unserer Volksgemeinschaft. Sie leben ausschließlich und sind abhängig von dem Honig, den andere sammeln. Sie leben auf Kosten des schaffenden Volkes.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Der Ausdruck „Gesunde Finanzen“ ist seinem Wesen nach eine Erfindung der Bankiers und Kreditgeber. Er bedeutet starres Festhalten an überlieferten Verhältnissen ... Zum Nachteil des geldbedürftigen Kreditnehmers begünstigt dies System natürlich den Reichen... Bei Gefahr jedoch sind diese Vertreter „Gesunder Finanzen“ die ersten im Rettungsboot, sie sind die ersten, die das sinkende Schiff verlassen, aber die letzten, wenn es gilt, Männer für den Dienst an den Rettungspumpen zu stellen. Der Begriff schließt auch die Weigerung in sich, zu verstehen, daß das Geld ausschließlich ein Mittel sein sollte, eine gerechte Tauschwirtschaft zu ermöglichen und daß es in Wirklichkeit so etwas wie „Gesunde Finanzen“ nicht geben kann, solange eben dieser ganze Wirtschaftszustand ungesund ist.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Unsere demokratische Ordnung und das bisherige Finanz- und Geldwesen können nicht mehr zusammen bestehen bleiben. Eines muss dem anderen den Weg frei geben.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Die Aufgabe und der Zweck des Geldes ist, den Austausch von Waren und Leistungen zu ermöglichen und zu erleichtern. Der einzige Wert des Geldes liegt in dem Wert der Waren, deren Austausch mit anderen Waren oder Leistungen uns eben das Geld ermöglicht. ... Aber es stand und steht noch immer dem Fortschritt und der Besserung der sozialen Verhältnisse im Wege; es verursacht allgemeine Unruhe und eine Neigung, durch Gewalt zu erreichen, was auf andere Weise nicht zu erreichen ist.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Solange diese Finanzgangster nicht endgültig ausgerottet sind, gibt es auch kein volles Vertrauen zu unserer Wirtschaft.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Wenn wir einst erkennen werden, was es auf sich hat mit dem Hindernis, das die Produzenten nicht zu den Verbrauchern kommen läßt und umgekehrt, dann werden wir nicht nur die Hauptursache der Unzufriedenheit in der Welt, der bestehenden Feindseligkeit und Mißgunst unter den Nationen, sondern gleichzeitig den einzig richtigen Weg zum Weltfrieden entdeckt haben.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Die einzige Änderung der Verhältnisse wäre ein neues Geldsystem. Das Geld muß aufhören zu sein, was es heute ist: ein ständiger Entzündungsherd, ein Hindernis auf dem Wege zum Fortschritt der Weltwirtschaft, eine Behinderung der Glückseligkeit der Menschen und ihres Strebens nach einem dauernden Frieden unter den Völkern.“

Vincent C. Vickers, brit. Großindustrieller, Gouverneur der Bank von England 1910-1919, in "Wirtschaft als Drangsal" (1938)

 

Ein funktionierendes kapitalistisches Wirtschaftssystem muss sich ständig ausweiten. Jeder Rückgang in der Produktion löst eine Wirtschaftskrise mit all ihren bedenklichen Folgen aus: Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen, steigende Staatsverschuldung!“

Volker Hauff, damaliger dt. Bundesminister, in "Argumente in der Energiediskussion" (1978)

 

Einerseits steigen die Gewinne und Kapitaleinkommen, die Steuereinnahmen daraus bleiben zurück – andererseits wächst trotz nur moderat steigender Lohneinkommen die Lohnsteuer auf Rekordwerte.“

Vollversammlung Arbeiterkammer Oberösterreich 11.11.2003

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

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